Das Wichtigste in Kürze
- Für lokale Unternehmen ist das Google-Unternehmensprofil der größte Hebel — und es kostet nichts.
- Ohne Ort im Text wirst du bei lokalen Suchen nicht gefunden, egal wie gut die Seite aussieht.
- Eine eigene Seite je Leistung schlägt eine Seite, auf der alles steht.
- SEO wirkt nicht über Nacht. Realistisch sind drei bis sechs Monate bis zu spürbaren Ergebnissen.
„Wir stehen bei Google nicht drin“ ist einer der häufigsten Sätze, die wir hören. Meistens stimmt das nicht ganz — gefunden wird der Betrieb schon, nur eben bei den falschen Suchbegriffen oder auf Seite drei, wo niemand hinschaut. Der Weg nach oben ist kein Geheimnis und keine Magie. Er ist Arbeit in einer bestimmten Reihenfolge.
Wie Google bei lokalen Suchen entscheidet
Wenn jemand „Elektriker in der Nähe“ sucht, spielt Google zwei Dinge gleichzeitig aus: die Kartenergebnisse mit den drei hervorgehobenen Betrieben ganz oben, und darunter die klassischen blauen Links. Für beide gelten unterschiedliche Regeln — und die meisten Betriebe kümmern sich nur um eins von beidem.
Vereinfacht bewertet Google drei Fragen: Passt das Angebot zur Suche? Wie nah ist der Betrieb? Wie bekannt und vertrauenswürdig wirkt er? Die Entfernung kannst du nicht beeinflussen. Die anderen beiden Punkte sehr wohl — und genau da liegt deine Arbeit.
Der wichtigste Satz zuerst
Wenn du nur eine Sache machst, dann das Google-Unternehmensprofil. Es ist kostenlos, es entscheidet über die Kartenergebnisse, und bei den meisten Betrieben liegt es halb ausgefüllt brach.
Schritt 1: Das Google-Unternehmensprofil
Das Profil ist das, was rechts erscheint, wenn jemand deinen Firmennamen googelt — und es entscheidet darüber, ob du in den Kartenergebnissen auftauchst. Vollständig ausgefüllt schlägt es fast jede Maßnahme auf der eigenen Website. Was hineingehört:
- Die richtige Hauptkategorie. Der meistunterschätzte Punkt. „Sanitärinstallateur“ statt allgemein „Handwerker“ entscheidet, bei welchen Suchen du überhaupt in Frage kommst.
- Alle Leistungen einzeln eintragen. Nicht nur „Sanitär“, sondern Badsanierung, Heizungswartung, Notdienst — jede als eigener Eintrag.
- Echte Fotos, regelmäßig. Team, Fahrzeuge, fertige Projekte. Profile mit Fotos werden deutlich häufiger angeklickt als solche ohne.
- Öffnungszeiten aktuell halten. Auch an Feiertagen. Wer vor verschlossener Tür steht, hinterlässt eine schlechte Bewertung.
- Auf jede Bewertung antworten. Auf gute kurz, auf schlechte sachlich. Beides sieht der nächste Interessent.
Schritt 2: Der Ort muss auf die Seite
Hier scheitern die meisten Websites. Niemand sucht „Sanitärbetrieb“ — gesucht wird „Bad sanieren Ravensburg“ oder „Heizung Notdienst Weingarten“. Wenn diese Wortkombination nirgends auf deiner Seite steht, kann Google sie dir auch nicht zuordnen.
Der Ort gehört an vier Stellen: in den Seitentitel, in die Hauptüberschrift, in den Fließtext und in die Fußzeile mit der vollständigen Adresse. Nicht als Stichwort-Wüste — ein natürlicher Satz wie „Seit 1998 sanieren wir Bäder in Ravensburg und Umgebung“ reicht völlig.
Vorsicht bei Ortslisten
Eine Seite, auf der 50 Ortsnamen aufgereiht sind, hilft nicht — Google erkennt das Muster und wertet es ab. Besser: eine gute Seite für deinen Hauptort und, wenn überhaupt, einzelne echte Seiten mit eigenem Inhalt für die zwei, drei wichtigsten Nachbarorte.
Schritt 3: Eine Seite je Leistung
Eine einzige Seite, auf der alle Leistungen stehen, konkurriert bei jeder Suche mit sich selbst. Google weiß nicht, wofür sie eigentlich stehen soll. Drei eigene Seiten — eine für Badsanierung, eine für Heizung, eine für den Notdienst — geben jeder Suche eine klare Antwort.
Jede dieser Seiten braucht: eine eigene Überschrift mit Leistung und Ort, echten Text (keine drei Sätze), Bilder von echten Projekten und einen klaren Weg zur Kontaktaufnahme. Das ist mehr Arbeit als eine Sammelseite. Es ist auch der Unterschied zwischen Seite eins und Seite drei.
Schritt 4: Bewertungen sammeln — richtig
Bewertungen wirken doppelt: Sie beeinflussen, wie weit oben du in den Kartenergebnissen stehst, und sie entscheiden, ob jemand anruft. Beides zählt.
- Frag im richtigen Moment. Direkt nach dem erfolgreichen Abschluss, wenn die Zufriedenheit am größten ist — nicht drei Wochen später per Mail.
- Mach es leicht. Ein kurzer Link per WhatsApp schlägt jede Erklärung, wie man ein Google-Profil findet.
- Stetig statt stoßweise. Zwanzig Bewertungen an einem Tag sehen gekauft aus. Zwei pro Monat über ein Jahr wirken echt — und sind es auch.
- Niemals kaufen. Google geht aktiv gegen gefälschte Bewertungen vor — wird es bemerkt, trifft die Strafe dein ganzes Profil.
Schritt 5: Die technische Basis
Der beste Text nützt nichts, wenn die Seite nicht funktioniert. Die Punkte, die wirklich zählen:
- Ladezeit. Wer länger als drei Sekunden wartet, ist weg — und Google merkt sich das.
- Handy zuerst. Google bewertet die Handy-Version deiner Seite, nicht die für den Rechner. Die meisten Suchen passieren unterwegs.
- Saubere Struktur. Eine Hauptüberschrift pro Seite, darunter klare Zwischenüberschriften. Das ist kein Selbstzweck: Google liest die Struktur, um zu verstehen, worum es geht.
- Einheitliche Kontaktdaten. Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf Website, Google-Profil und in Verzeichnissen exakt gleich geschrieben sein.
- Verschlüsselung. Eine Seite ohne HTTPS wird im Browser als unsicher markiert. Das kostet Vertrauen und Ranking.
Diese Basis gehört in jede ordentlich gebaute Website und sollte kein Aufpreis sein — mehr dazu in Was kostet eine Website?.
Wie lange dauert das?
Ehrliche Antwort: Das Google-Profil wirkt innerhalb von Tagen bis Wochen. Änderungen an der Website brauchen länger — realistisch drei bis sechs Monate, bis sich etwas spürbar bewegt, in umkämpften Städten auch mal ein Jahr.
Wer dir „Platz 1 in vier Wochen“ verspricht, verkauft entweder Unsinn oder arbeitet mit Methoden, die dir später schaden. SEO ist Zinseszins: Es dauert, aber es hört auch nicht auf zu wirken, sobald du aufhörst zu zahlen — anders als Werbeanzeigen.
Vier Dinge, die du dir sparen kannst
- Gekaufte Links. Funktionierte vor zehn Jahren, ist heute ein Risiko für deine ganze Domain.
- Keyword-Stopfen. Fünfmal „Elektriker Ravensburg“ in einem Absatz liest sich furchtbar und hilft nicht.
- Einträge in 200 Branchenverzeichnisse. Die drei, vier relevanten reichen. Der Rest ist verkauftes Nichts.
- Blindes Nachbauen der Konkurrenz. Nur weil der Wettbewerber oben steht, muss seine Seite nicht gut sein. Vielleicht ist er einfach nur älter.
Fazit
Die Reihenfolge ist entscheidend: erst das Google-Profil vollständig ausfüllen, dann den Ort auf die Website bringen, dann eigene Seiten je Leistung, parallel dazu stetig Bewertungen sammeln. Die Technik muss stimmen, sonst läuft alles andere ins Leere.
Das ist alles machbar, aber es ist Arbeit. Wenn du sie nicht selbst machen willst: Schau dir unser Komplettpaket an oder nimm direkt Kontakt auf — unverbindlich und ohne Verkaufsdruck.