Das Wichtigste in Kürze
- WordPress ist nicht schlecht — es ist ein Baukasten mit Stärken und Schwächen wie jeder andere.
- Der Aufwand liegt nicht im Bau, sondern in der Wartung: Updates, Plugins, Sicherheitslücken.
- Die meisten Sicherheitsprobleme kommen nicht von WordPress selbst, sondern von veralteten Plugins.
- Für kleine Standard-Seiten reicht WordPress. Für Individuelles wird es schnell umständlich.
WordPress ist das mit Abstand verbreitetste System für Websites. Das ist kein Zufall — es ist kostenlos, flexibel und es gibt für fast alles ein Plugin. Trotzdem bauen wir keine WordPress-Seiten. Warum, und warum das nicht heißt, dass WordPress schlecht ist, steht hier.
Was WordPress eigentlich ist
WordPress ist ein Redaktionssystem: ein Grundgerüst, in das du dich einloggst und Inhalte pflegst. Alles, was darüber hinausgeht — Design, Formulare, Kalender, Shop — kommt über Themes und Plugins dazu, also über Zusatzmodule von Dritt-Anbietern.
Genau das ist gleichzeitig die größte Stärke und die größte Schwäche. Du bekommst schnell viel Funktion, ohne dass jemand etwas programmieren muss. Du kaufst dir aber auch für jede Funktion eine fremde Abhängigkeit ein.
Was für WordPress spricht
- Schneller Start. Eine Standard-Seite steht in Tagen, nicht in Wochen.
- Riesiges Ökosystem. Für fast jede Anforderung existiert ein fertiges Plugin.
- Viele Leute können es. Du bist nicht an eine Agentur gebunden — WordPress-Kenntnisse sind verbreitet.
- Inhalte selbst pflegen. Text ändern, Bild tauschen, Beitrag schreiben: ohne Technikkenntnisse machbar.
Wenn dein Bedarf eine überschaubare Standard-Seite ist, die du selbst pflegst, ist WordPress eine völlig vernünftige Wahl. Man muss nicht alles individuell bauen.
Interessenkonflikt, offen gesagt
Wir bauen ausschließlich individuell. Das heißt: Wir haben ein wirtschaftliches Interesse daran, dass du dich gegen WordPress entscheidest. Deshalb steht oben, was dafür spricht — such dir bitte auch eine zweite Meinung von jemandem, der WordPress baut.
Was gegen WordPress spricht
Wartung ist Pflicht, nicht Kür
WordPress selbst, das Theme und jedes einzelne Plugin brauchen regelmäßig Updates. Wird das versäumt, entstehen Sicherheitslücken. Wird es gemacht, kann ein Update ein anderes Plugin lahmlegen. Beides kostet: entweder Geld für Betreuung oder deine Zeit.
Sicherheit hängt an den Plugins
Der WordPress-Kern selbst ist solide gepflegt. Die große Mehrheit der erfolgreichen Angriffe läuft über veraltete oder schlecht gebaute Plugins. Je mehr Zusatzmodule, desto größer die Angriffsfläche — und ein Plugin, dessen Entwickler das Interesse verliert, wird irgendwann zum offenen Scheunentor.
Ladezeit
Eine typische WordPress-Seite lädt einen Page-Builder, ein Theme-Framework und ein Dutzend Plugins — auch auf Seiten, die davon nichts brauchen. Das lässt sich optimieren, aber man kämpft gegen das System, statt mit ihm zu arbeiten.
Datenschutz
Viele Themes und Plugins laden ungefragt Schriften, Karten oder Skripte von fremden Servern. In Deutschland ist das ein echtes Thema — Google Fonts, die vom Google-Server geladen werden, haben schon Abmahnungen ausgelöst. Bei fertigen Modulen musst du das erst mal finden.
Was individuell gebaut anders macht
Eine individuell programmierte Seite enthält nur das, was sie braucht. Kein Plugin-Zoo, keine fremden Server, keine Update-Kette. Das bedeutet konkret:
- Nichts wird geladen, was nicht gebraucht wird. Das merkt man an der Ladezeit sofort.
- Keine fremden Abhängigkeiten. Was nicht da ist, kann keine Sicherheitslücke haben und nicht plötzlich Geld kosten.
- Datenschutz von Anfang an. Schriften und Skripte liegen auf dem eigenen Server, nicht bei Dritten.
- Kein Vorlagen-Look. Ein gekauftes Theme sieht aus wie tausend andere Seiten.
Der ehrliche Preis dafür: Es dauert länger im Bau, kostet im Einkauf mehr, und für strukturelle Änderungen brauchst du jemanden, der Code schreiben kann. Inhalte pflegen geht trotzdem — dafür bauen wir ein Bearbeitungs-Panel ein.
Wann welcher Weg?
WordPress passt, wenn du eine überschaubare Standard-Seite brauchst, sie selbst pflegen willst, ein knappes Budget hast und jemanden kennst, der sich um die Updates kümmert.
Individuell passt, wenn die Seite aktiv Kunden bringen soll, Ladezeit und Google-Sichtbarkeit zählen, du eigene Funktionen brauchst, Datenschutz ernst genommen werden muss oder du dich schlicht nie wieder um Updates kümmern willst.
Die entscheidende Frage
Nicht „was ist besser?“, sondern: Wer kümmert sich in zwei Jahren um die Updates — und was kostet das? Wer darauf keine Antwort hat, sollte kein System wählen, das monatliche Pflege verlangt.
Fazit
WordPress ist ein gutes Werkzeug für einen bestimmten Zweck. Es ist kein schlechtes System — es ist ein System mit laufendem Wartungsbedarf, den viele beim Kauf nicht einpreisen. Die Rechnung kommt dann später, in Form von Update-Kosten, einer gehackten Seite oder einer Ladezeit, die niemand mehr retten kann.
Wir haben uns bewusst für den anderen Weg entschieden: nativer Code, keine fremden Skripte, nichts, was gewartet werden muss. Mehr dazu, was das kostet, steht in Was kostet eine Website?. Oder sprich uns direkt an — wir sagen dir auch ehrlich, wenn WordPress für deinen Fall die vernünftigere Wahl wäre.