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Technik & Entscheidung

WordPress oder eigene Website?

Wir bauen ausschließlich individuell — deshalb hier bewusst mit offenen Karten: was für WordPress spricht, was dagegen, und wann welcher Weg der richtige ist.

8 Min. Lesezeit Kraftwerk Performance

Das Wichtigste in Kürze

  • WordPress ist nicht schlecht — es ist ein Baukasten mit Stärken und Schwächen wie jeder andere.
  • Der Aufwand liegt nicht im Bau, sondern in der Wartung: Updates, Plugins, Sicherheitslücken.
  • Die meisten Sicherheitsprobleme kommen nicht von WordPress selbst, sondern von veralteten Plugins.
  • Für kleine Standard-Seiten reicht WordPress. Für Individuelles wird es schnell umständlich.

WordPress ist das mit Abstand verbreitetste System für Websites. Das ist kein Zufall — es ist kostenlos, flexibel und es gibt für fast alles ein Plugin. Trotzdem bauen wir keine WordPress-Seiten. Warum, und warum das nicht heißt, dass WordPress schlecht ist, steht hier.

Was WordPress eigentlich ist

WordPress ist ein Redaktionssystem: ein Grundgerüst, in das du dich einloggst und Inhalte pflegst. Alles, was darüber hinausgeht — Design, Formulare, Kalender, Shop — kommt über Themes und Plugins dazu, also über Zusatzmodule von Dritt-Anbietern.

Genau das ist gleichzeitig die größte Stärke und die größte Schwäche. Du bekommst schnell viel Funktion, ohne dass jemand etwas programmieren muss. Du kaufst dir aber auch für jede Funktion eine fremde Abhängigkeit ein.

Was für WordPress spricht

  • Schneller Start. Eine Standard-Seite steht in Tagen, nicht in Wochen.
  • Riesiges Ökosystem. Für fast jede Anforderung existiert ein fertiges Plugin.
  • Viele Leute können es. Du bist nicht an eine Agentur gebunden — WordPress-Kenntnisse sind verbreitet.
  • Inhalte selbst pflegen. Text ändern, Bild tauschen, Beitrag schreiben: ohne Technikkenntnisse machbar.

Wenn dein Bedarf eine überschaubare Standard-Seite ist, die du selbst pflegst, ist WordPress eine völlig vernünftige Wahl. Man muss nicht alles individuell bauen.

Interessenkonflikt, offen gesagt

Wir bauen ausschließlich individuell. Das heißt: Wir haben ein wirtschaftliches Interesse daran, dass du dich gegen WordPress entscheidest. Deshalb steht oben, was dafür spricht — such dir bitte auch eine zweite Meinung von jemandem, der WordPress baut.

Was gegen WordPress spricht

Wartung ist Pflicht, nicht Kür

WordPress selbst, das Theme und jedes einzelne Plugin brauchen regelmäßig Updates. Wird das versäumt, entstehen Sicherheitslücken. Wird es gemacht, kann ein Update ein anderes Plugin lahmlegen. Beides kostet: entweder Geld für Betreuung oder deine Zeit.

Sicherheit hängt an den Plugins

Der WordPress-Kern selbst ist solide gepflegt. Die große Mehrheit der erfolgreichen Angriffe läuft über veraltete oder schlecht gebaute Plugins. Je mehr Zusatzmodule, desto größer die Angriffsfläche — und ein Plugin, dessen Entwickler das Interesse verliert, wird irgendwann zum offenen Scheunentor.

Ladezeit

Eine typische WordPress-Seite lädt einen Page-Builder, ein Theme-Framework und ein Dutzend Plugins — auch auf Seiten, die davon nichts brauchen. Das lässt sich optimieren, aber man kämpft gegen das System, statt mit ihm zu arbeiten.

Datenschutz

Viele Themes und Plugins laden ungefragt Schriften, Karten oder Skripte von fremden Servern. In Deutschland ist das ein echtes Thema — Google Fonts, die vom Google-Server geladen werden, haben schon Abmahnungen ausgelöst. Bei fertigen Modulen musst du das erst mal finden.

Was individuell gebaut anders macht

Eine individuell programmierte Seite enthält nur das, was sie braucht. Kein Plugin-Zoo, keine fremden Server, keine Update-Kette. Das bedeutet konkret:

  1. Nichts wird geladen, was nicht gebraucht wird. Das merkt man an der Ladezeit sofort.
  2. Keine fremden Abhängigkeiten. Was nicht da ist, kann keine Sicherheitslücke haben und nicht plötzlich Geld kosten.
  3. Datenschutz von Anfang an. Schriften und Skripte liegen auf dem eigenen Server, nicht bei Dritten.
  4. Kein Vorlagen-Look. Ein gekauftes Theme sieht aus wie tausend andere Seiten.

Der ehrliche Preis dafür: Es dauert länger im Bau, kostet im Einkauf mehr, und für strukturelle Änderungen brauchst du jemanden, der Code schreiben kann. Inhalte pflegen geht trotzdem — dafür bauen wir ein Bearbeitungs-Panel ein.

Wann welcher Weg?

WordPress passt, wenn du eine überschaubare Standard-Seite brauchst, sie selbst pflegen willst, ein knappes Budget hast und jemanden kennst, der sich um die Updates kümmert.

Individuell passt, wenn die Seite aktiv Kunden bringen soll, Ladezeit und Google-Sichtbarkeit zählen, du eigene Funktionen brauchst, Datenschutz ernst genommen werden muss oder du dich schlicht nie wieder um Updates kümmern willst.

Die entscheidende Frage

Nicht „was ist besser?“, sondern: Wer kümmert sich in zwei Jahren um die Updates — und was kostet das? Wer darauf keine Antwort hat, sollte kein System wählen, das monatliche Pflege verlangt.

Fazit

WordPress ist ein gutes Werkzeug für einen bestimmten Zweck. Es ist kein schlechtes System — es ist ein System mit laufendem Wartungsbedarf, den viele beim Kauf nicht einpreisen. Die Rechnung kommt dann später, in Form von Update-Kosten, einer gehackten Seite oder einer Ladezeit, die niemand mehr retten kann.

Wir haben uns bewusst für den anderen Weg entschieden: nativer Code, keine fremden Skripte, nichts, was gewartet werden muss. Mehr dazu, was das kostet, steht in Was kostet eine Website?. Oder sprich uns direkt an — wir sagen dir auch ehrlich, wenn WordPress für deinen Fall die vernünftigere Wahl wäre.

Häufige Fragen zu WordPress

Ist WordPress unsicher?
WordPress selbst wird solide gepflegt. Die meisten erfolgreichen Angriffe laufen über veraltete oder schlecht gebaute Plugins, nicht über den WordPress-Kern. Wer Updates konsequent einspielt und wenige, gut gepflegte Plugins nutzt, betreibt WordPress sicher. Genau daran scheitert es in der Praxis aber oft.
Ist eine individuell programmierte Website schneller als WordPress?
In der Regel ja, weil nur geladen wird, was die Seite wirklich braucht. Eine typische WordPress-Seite lädt Theme-Framework, Page-Builder und mehrere Plugins auch dort, wo sie nicht gebraucht werden. WordPress lässt sich optimieren, aber man arbeitet gegen das System statt mit ihm.
Kann ich bei einer individuellen Website die Inhalte selbst ändern?
Ja. Wir bauen ein Bearbeitungs-Panel ein, über das du Texte und Bilder selbst pflegst — ohne Technikkenntnisse. Der Unterschied zu WordPress: Für strukturelle Änderungen, also neue Seitentypen oder Funktionen, brauchst du jemanden, der Code schreibt.
Was kostet WordPress im laufenden Betrieb?
Das System selbst ist kostenlos, der Betrieb nicht. Realistisch kommen Hosting, Lizenzen für kostenpflichtige Plugins und regelmäßige Wartung zusammen. Genau diese laufenden Kosten fehlen in vielen Angeboten und machen die vermeintlich günstige Lösung nachträglich teuer.
Warum baut ihr keine WordPress-Seiten?
Weil wir keine Abhängigkeiten einbauen wollen, die wir nicht kontrollieren: fremde Plugins, fremde Server, eine Update-Kette, die jemand pflegen muss. Ehrlicherweise heißt das aber auch, dass wir befangen sind — für eine kleine Standard-Seite mit knappem Budget kann WordPress die vernünftigere Wahl sein.

Unsicher, was für dich passt?

Kurzes Gespräch, ehrliche Einschätzung — auch wenn die Antwort am Ende WordPress heißt.

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