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Wechsel & Umzug

Agentur wechseln: Website und Domain sicher umziehen

Die Seite umzuziehen ist der einfache Teil. Der Schaden entsteht woanders — bei der Post, die niemand mehr bekommt, und bei den Platzierungen, die still verschwinden.

9 Min. Lesezeit Kraftwerk Performance

Das Wichtigste in Kürze

  • Entscheidend ist, wer als Inhaber der Domain eingetragen ist — nicht, wer sie bezahlt hat.
  • Der Auth-Code ist das Passwort deiner Domain. Er gehört nicht in einen Chatverlauf und ist meist nur rund 30 Tage gültig.
  • Der teuerste Fehler ist nicht die Website, sondern die E-Mail: Wer die Nameserver wechselt und den MX-Eintrag vergisst, kappt die Post.
  • Die neue Seite steht fertig, bevor irgendetwas am DNS geändert wird. Nicht umgekehrt.

Irgendwann kommt bei fast jedem Betrieb der Punkt: Die Agentur meldet sich nicht mehr, Änderungen dauern Wochen, oder die Zusammenarbeit ist schlicht erschöpft. Der Wechsel selbst ist Routine — wenn man die Reihenfolge kennt. Wird sie missachtet, steht der Betrieb ein paar Tage ohne E-Mail da, und das merkt niemand sofort. Genau deshalb steht hier der ganze Ablauf.

Was dir gehört — und was du dir bestätigen lassen solltest

Vor dem ersten technischen Schritt steht eine Bestandsaufnahme. Vier Dinge sind getrennt zu betrachten, und sie gehören nicht automatisch zusammen:

  • Die Domain. Entscheidend ist der eingetragene Inhaber. Wer die Rechnung bezahlt, ist nicht automatisch Inhaber — es kommt öfter vor, dass die Agentur eingetragen ist und der Kunde nur zahlt.
  • Die Inhalte. Texte und Bilder sind deine. Bei Fotos lohnt der zweite Blick: Wer hat sie gemacht, und welche Nutzungsrechte hat dein Betrieb wirklich?
  • Der Webspace. Der Ort, an dem die Dateien liegen — samt Zugangsdaten.
  • Die Postfächer. Die hängen an der Domain, liegen aber oft bei einem ganz anderen Anbieter als die Website. Der Punkt, der am häufigsten übersehen wird.

Lass dir den Inhaber schriftlich bestätigen. Das ist keine Misstrauensbekundung, sondern der Punkt, an dem sich entscheidet, ob der Wechsel ein Formular oder ein Rechtsstreit wird. Was sonst noch vor eine Unterschrift gehört, steht in Was passiert nach dem Livegang?.

Der Auth-Code: das Passwort deiner Domain

Um eine Domain zu einem anderen Anbieter zu holen, braucht der neue Anbieter einen Auth-Code — je nach Registrar auch AuthInfo oder EPP-Code genannt. Wer diesen Code hat, kann den Umzug auslösen. Damit ist er faktisch das Passwort deiner Internetadresse.

  • Wo du ihn bekommst: im Kundenkonto beim aktuellen Anbieter, sonst auf Anfrage bei der Agentur, die die Domain verwaltet.
  • Wie lange er gilt: in der Regel rund 30 Tage. Läuft er ab, forderst du einfach einen neuen an — das ist kein Drama.
  • Wie du ihn behandelst: wie ein Passwort. Nicht im Chatverlauf liegen lassen, nicht per Sammel-Mail an fünf Leute.

Zwei Sperrfristen sollte man kennen, weil sie Zeitpläne kippen: Frisch registrierte Domains und solche, bei denen kürzlich der Inhaber geändert wurde, sind eine Zeit lang für Umzüge gesperrt. Wer also erst den Inhaber korrigieren lässt und direkt danach umziehen will, wartet unter Umständen.

Die eine Stelle, an der echter Schaden entsteht: das DNS

Eine Domain ist kein Ordner, sondern ein Verzeichnis von Wegweisern. Website und E-Mail sind darin zwei völlig getrennte Einträge — und sie zeigen oft auf zwei verschiedene Anbieter.

Eine Domain, zwei getrennte Wege Der A-Eintrag führt Besucher zur Website, der MX-Eintrag führt E-Mails zum Mailserver. Beide stehen in derselben DNS-Zone. Wird beim Umzug nur der A-Eintrag übernommen, bleibt die Post ohne Weg. deine-firma.de eine Domain, eine DNS-Zone A-EINTRAG Besucher → Website zeigt auf den Server, auf dem deine Seite liegt wird beim Umzug geändert MX-EINTRAG E-Mails → Postfach zeigt oft auf einen ganz anderen Anbieter muss unverändert mitgenommen werden dazu: SPF, DKIM Unterdomains Bestätigungs- einträge
Zwei Wege, eine Adresse. Wer die Nameserver umstellt und beim neuen Anbieter nur den A-Eintrag anlegt, hat die Website umgezogen und die Post abgeschnitten — ohne Fehlermeldung.

Der Unterschied, an dem alles hängt: Man kann entweder nur den A-Eintrag ändern — dann bleibt die Zone, wo sie ist, und die Post läuft weiter — oder die Nameserver wechseln, dann zieht die ganze Zone um und muss beim neuen Anbieter vollständig neu entstehen. Der zweite Weg ist der saubere, aber nur, wenn vorher jeder Eintrag gesichert wurde.

Die Zone sichern, bevor irgendetwas passiert

Lass dir vom bisherigen Anbieter einen Screenshot oder Export der kompletten DNS-Zone geben — alle Einträge, nicht nur die, die man von außen sieht. Von außen lässt sich eine Zone nämlich nicht vollständig auslesen: Man findet nur, wonach man rät. Eine vergessene Unterdomain — Kamera, WLAN-Portal, ein altes Buchungswidget — fällt beim Wechsel aus und wird erst Wochen später vermisst.

E-Mail zuerst klären, immer

Bei einem Handwerksbetrieb ist eine Website, die einen Tag nicht erreichbar ist, ärgerlich. Eine Mailadresse, die eine Woche still ins Leere läuft, ist teuer — Anfragen kommen an, niemand merkt es, und Absender bekommen nicht einmal eine Fehlermeldung.

Diese Fragen gehören vor jede DNS-Änderung beantwortet:

  1. Welche Adressen sind im Umlauf? Auch die, die man nicht mehr benutzt: auf Rechnungen, in Portalkonten, in der Signatur eines Mitarbeiters.
  2. Wo liegen die Postfächer wirklich? Oft nicht dort, wo die Website liegt. Der MX-Eintrag verrät es.
  3. Wer hat Zugang? Passwörter der Postfächer, nicht nur die des Webspace.
  4. Ziehen die Postfächer mit um? Wenn ja: Erst die alten Mails sichern. Ein Postfachumzug ist ein eigener Vorgang und gehört nicht auf denselben Tag wie der Websitewechsel.

Die Reihenfolge, die Ärger verhindert

  1. Neue Seite fertig bauen und auf einer Vorschauadresse abnehmen. Nichts am DNS anfassen.
  2. Zugänge und Zone einsammeln, Inhaber schriftlich bestätigen lassen.
  3. Liste aller alten Adressen erstellen und je eine Entsprechung festlegen.
  4. TTL herabsetzen, ein bis zwei Tage vorher. Die TTL sagt, wie lange andere Server einen Eintrag zwischenspeichern — niedrig gesetzt greift die Umstellung in Minuten statt in Stunden.
  5. Auth-Code anfordern, Umzug auslösen, dabei MX und SPF unverändert übernehmen.
  6. Umschalten, dann sofort prüfen: Website, Formular, alle Weiterleitungen, und eine Testmail von außen an die wichtigste Adresse.
  7. Alte Seite noch erreichbar lassen, ein bis zwei Wochen. Sie kostet nichts und rettet den Notfall.

Schritt 3 ist der, der am häufigsten übersprungen wird — und der, dessen Fehlen erst Monate später auffällt. Warum das so weh tut und wie eine Weiterleitungsliste aussieht, steht in Wann lohnt sich ein Website-Relaunch?.

Wenn die alte Agentur nicht mitspielt

Der unangenehme Fall, und er kommt vor. Wichtig ist, ihn nüchtern zu behandeln:

  • Schriftlich anfordern, mit Frist. Auth-Code und Bestätigung des eingetragenen Inhabers.
  • Nicht mit Abschalten drohen und nichts eigenmächtig löschen. Das verschlechtert die eigene Position.
  • Bist du Inhaber, wende dich an den Registrar. Für .de-Domains ist die zuständige Stelle die DENIC, für internationale Endungen der jeweilige Registrar — beide haben Verfahren für den Fall, dass ein Verwalter blockiert.
  • Bist du nicht Inhaber, geht es um einen Inhaberwechsel. Das ist der mühsame Fall und der Punkt, an dem ein Anwalt günstiger ist als weitere Monate Stillstand.

Und die pragmatische Seite: Solange die Domain hängt, kann die neue Seite längst fertig gebaut und geprüft sein. Der Wechsel ist dann eine Umstellung von zehn Minuten, sobald der Code da ist.

Nach dem Umzug: drei Kontrollen

  • Verschlüsselung. Nach dem Wechsel braucht die Domain am neuen Ort ein gültiges Zertifikat. Prüfen, ob im Browser das Schloss steht — und ob auch die Adresse mit www sauber lädt.
  • Weiterleitungen. Jede alte Adresse einmal aufrufen. Landet sie richtig?
  • Post. Eine Testmail von einer fremden Adresse an jedes aktive Postfach, und einmal von dort zurück.

Dazu: Die Seite in der Google Search Console anmelden und die Sitemap einreichen. Und den Eintrag im Google-Unternehmensprofil prüfen, falls sich die Adresse der Website geändert hat — wie das geht, steht in Google-Unternehmensprofil erstellen.

Fazit

Ein Agenturwechsel ist kein technisches Kunststück, sondern eine Frage der Reihenfolge: erst wissen, wem was gehört, dann die Zone sichern, dann die E-Mail klären, dann erst umstellen. Wer das einhält, merkt vom Umzug nichts außer einer neuen Website. Wer die E-Mail vergisst, merkt es als Letzter.

Du willst wechseln und möchtest, dass jemand den Umzug macht statt dich zu beraten? So arbeiten wir — oder sprich uns direkt an. Wir holen Domain, Zugänge und Inhalte und sagen dir vorher, was heikel ist.

Häufige Fragen zum Agenturwechsel

Gehört mir meine Domain, wenn die Agentur sie registriert hat?
Das hängt davon ab, wer als Inhaber eingetragen ist — nicht davon, wer die Rechnung bezahlt hat. Steht die Agentur als Inhaber drin, gehört ihr die Adresse, auch wenn du jahrelang dafür überwiesen hast. Steht dein Betrieb drin, gehört sie dir und die Agentur ist nur Verwalterin. Frag deinen Registrar oder die Agentur direkt nach dem eingetragenen Inhaber und lass ihn dir schriftlich bestätigen. Ist der falsche eingetragen, braucht es einen Inhaberwechsel, und der ist deutlich mühsamer als ein normaler Umzug.
Was ist ein Auth-Code und wo bekomme ich ihn?
Der Auth-Code ist das Passwort deiner Domain. Wer ihn hat, kann die Domain zu einem anderen Anbieter holen — deshalb gehört er behandelt wie ein Passwort und nicht wie eine Notiz im Chatverlauf. Du bekommst ihn beim aktuellen Anbieter, oft im Kundenkonto, sonst auf Anfrage. Er ist zeitlich begrenzt gültig, meist rund 30 Tage. Zieht sich der Umzug, forderst du einfach einen neuen an.
Gehen beim Domainumzug meine E-Mails verloren?
Sie können, und das ist der häufigste ernsthafte Schaden bei einem Wechsel. Die Website hängt am A-Eintrag, die Post am MX-Eintrag — beide stehen in derselben DNS-Zone. Wer die Nameserver auf einen neuen Anbieter umstellt und dort nur den A-Eintrag anlegt, hat die Website umgezogen und die Post abgeschnitten. Deshalb gilt: erst die vollständige Zone sichern, dann umstellen, MX und SPF unverändert mitnehmen. Und Postfächer nicht am selben Tag umziehen wie die Website.
Was tun, wenn die alte Agentur die Domain nicht herausgibt?
Bleib sachlich und schriftlich. Fordere den Auth-Code mit Frist an und lass dir bestätigen, wer als Inhaber eingetragen ist. Bist du selbst Inhaber, kannst du dich direkt an den Registrar wenden — dort gibt es Verfahren für den Fall, dass ein Verwalter nicht mitspielt. Bei .de-Domains ist die zuständige Stelle die DENIC. Bringt das nichts, ist es ein Fall für einen Anwalt und nicht für eine hitzige E-Mail. Parallel gilt: Solange die Domain hängt, kann die neue Seite bereits fertig gebaut und auf einer Vorschauadresse geprüft werden.
Wie lange dauert ein Domainumzug?
Der Umzug selbst dauert je nach Endung Stunden bis wenige Tage — bei .de meist schneller als bei .com. Länger dauert das Drumherum: Zugänge zusammensuchen, Zone sichern, Postfächer klären. Rechne für den ganzen Vorgang mit ein bis zwei Wochen, in denen die alte Seite noch erreichbar bleiben sollte. Frisch registrierte Domains und solche mit kürzlich geändertem Inhaber sind zudem eine Zeit lang für Umzüge gesperrt.

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