Das Wichtigste in Kürze
- Nicht das Alter entscheidet, sondern ob die Seite Anfragen bringt.
- Handy-Tauglichkeit und Ladezeit sind die häufigsten echten Gründe für einen Relaunch.
- Ohne saubere Weiterleitungen verlierst du beim Umzug deine Google-Platzierungen.
- Manchmal reicht Überarbeiten statt Neubau — ein Relaunch ist kein Selbstzweck.
„Unsere Seite ist von 2018, die müsste man mal neu machen.“ Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Alter allein ist kein Grund — es gibt zehn Jahre alte Seiten, die zuverlässig Anfragen bringen, und nagelneue, die nichts liefern. Entscheidend ist nicht, wie alt die Seite ist, sondern ob sie ihren Job macht.
Sieben Anzeichen, dass sich ein Relaunch lohnt
- Auf dem Handy unbrauchbar. Der wichtigste Punkt. Wenn Besucher zoomen und schieben müssen, verlierst du die Mehrheit — die meisten Zugriffe kommen vom Smartphone.
- Sie lädt zu langsam. Über drei Sekunden bis zum ersten Sichtbaren, und ein spürbarer Teil ist schon wieder weg.
- Es kommen keine Anfragen. Besucher ja, Anfragen nein? Dann fehlt der klare Weg vom Interesse zum Kontakt.
- Du wirst nicht gefunden. Wenn dein Betrieb bei den passenden Suchbegriffen nicht auftaucht, fehlt meistens die technische Basis — die lässt sich schwer nachrüsten.
- Du kannst nichts selbst ändern. Wenn jede neue Telefonnummer eine Rechnung auslöst, arbeitet die Seite gegen dich.
- Sie zeigt nicht mehr, was du machst. Leistungen von damals, Team von damals, Preise von damals. Das kostet Vertrauen.
- Du zeigst sie niemandem. Der ehrlichste Test überhaupt: Wenn du im Gespräch nicht auf deine eigene Website verweist, weißt du die Antwort bereits.
Der Ein-Satz-Test
Gib deinen Betrieb bei Google ein, öffne deine Seite auf dem Handy und stell dir die Frage: Würde ich hier anrufen? Wenn du zögerst, hast du dein Ergebnis.
Wann ein Relaunch die falsche Antwort ist
Ein Relaunch ist kein Selbstzweck, und manche Probleme löst er nicht:
- „Sie gefällt mir nicht mehr.“ Geschmack ist kein Grund. Wenn die Seite Anfragen bringt, funktioniert sie — auch wenn du sie nicht mehr sehen kannst.
- Nur Inhalte veraltet. Neue Texte und Bilder sind ein Nachmittag Arbeit, kein Neubau.
- Es fehlen nur Besucher. Wenn die Seite gut ist, aber niemand kommt, ist das ein Sichtbarkeitsproblem — siehe Bei Google gefunden werden. Eine neue Seite ändert daran erst mal nichts.
- Der Wettbewerber hat was Neues. Schlechter Grund. Vielleicht bringt seine schicke Seite gar nichts.
Die Ranking-Falle: was fast immer vergessen wird
Hier kommt der teuerste Fehler beim Relaunch. Wenn sich beim Umzug die Adressen der Unterseiten ändern — und das tun sie fast immer — dann kennt Google plötzlich lauter Seiten, die es nicht mehr gibt. Jahrelang aufgebaute Platzierungen sind weg, oft für Monate.
Die Lösung heißt Weiterleitung: Jede alte Adresse muss dauerhaft auf ihre neue Entsprechung zeigen. Das ist keine Zauberei, es ist eine Liste, die jemand sauber anlegen muss. Genau das wird unter Zeitdruck übersprungen — und fällt erst drei Monate später auf, wenn die Anfragen ausbleiben.
Die Frage, die du stellen musst
Frag jeden Anbieter: „Wie stellt ihr sicher, dass ich meine Google-Platzierungen beim Umzug nicht verliere?“ Wenn als Antwort nicht das Wort Weiterleitungen fällt, such weiter.
Der Ablauf eines sauberen Relaunches
- Bestandsaufnahme. Welche Seiten bringen aktuell Besucher? Die dürfen nicht verschwinden.
- Ziele klären. Was soll die neue Seite leisten? Mehr Anfragen? Bessere Bewerber? Beides braucht unterschiedliche Seiten.
- Struktur planen. Welche Seiten, welche Adressen — bevor jemand ein Design öffnet.
- Weiterleitungs-Liste anlegen. Jede alte Adresse bekommt ein Ziel. Ohne Ausnahme.
- Bauen. Design, Technik, Inhalte.
- Vor dem Start prüfen. Handy, Ladezeit, Formulare, Weiterleitungen.
- Nach dem Start beobachten. In den ersten Wochen kontrollieren, ob Google die neuen Seiten findet und die Weiterleitungen greifen.
Schritt 1 und 4 sind die, die weggelassen werden. Sie sind auch die, deren Fehlen richtig weh tut.
Dauer und Aufwand
Ein Relaunch dauert selten kürzer als ein Neubau — im Gegenteil: Es kommt die Arbeit dazu, den Bestand zu sichern. Realistisch sind zwei bis vier Wochen, sobald Material und Entscheidungen da sind. Der häufigste Bremsklotz ist auch hier nicht die Technik, sondern fehlende Texte und Bilder.
Was den Preis angeht, gelten dieselben Regeln wie beim Neubau — Umfang, Individualität, Technik. Details dazu in Was kostet eine Website?.
Fazit
Mach den Relaunch nicht, weil die Seite alt ist. Mach ihn, weil sie ihren Job nicht macht: nicht auf dem Handy funktioniert, zu langsam ist, keine Anfragen bringt oder dich nicht mehr repräsentiert. Und wenn du ihn machst, dann mit Weiterleitungs-Liste — sonst zahlst du zweimal.
Unsicher, ob sich das bei dir lohnt? Nimm Kontakt auf — wir sagen dir auch, wenn deine Seite bleiben kann.